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Kleine Humboldt Galerie – Ein Studentisches Kurator*innenkollektiv

youtu.be/1Tdbeu3GEaQ

Die Kleine Humboldt Galerie (KHG) ist ein studentisches Projekt, das jährlich bis zu zwei Ausstellungen zeitgenössischer Kunst realisiert. Die Initiative blickt auf eine Jahrzehnte umfassende Geschichte zurück, und erfindet sich andererseits jedes Jahr neu.

Als ein Kollektiv, das in seiner Zusammenstellung fluktuiert, und mal nach einem abgeschlossenen Projekt oder zum Semesterstart seine Arme für neue Mitglieder öffnet, befindet sich die Gruppe in ständiger Bewegung. Zusammengehalten von der Idee der KHG als einem Ort des Ausprobierens, einer Struktur innerhalb derer mensch immensen Spielraum hat, haben sich über die letzten zehn Jahre nach und nach unterschiedliche Teamkonstellationen gefunden. Jede Gruppe hatte das Konzept des kuratorischen Kollektivs anders interpretiert, und doch hat sich dabei stets das Profil der KHG als ein Raum des Experimentierens und des Miteinander Wachsen und Lernens gehalten.

Die KHG ist in ihren Inhalten komplett selbstbestimmt und kein universitäres Organ, trotz dessen ist das studentische Projekt an die Humboldt-Universität zu Berlin angeschlossen, bekommt bei Bedarf persönliche Unterstützung und profitiert von den Räumlichkeiten der Universität, die als Ausstellungsorte genutzt werden. Diese Kollaboration erlaubt es, Ausstellungen nomadisch von Jahr zu Jahr über das Universitätsgelände wandern zu lassen.

Aktuelle Projekte

Der Hauptfokus des letzten Jahres ist ​zwischen körpern, ​ein Projekt das künstlerische Positionen zu Körperpolitiken versammelt, sich dabei Fleischlichkeit und Technologie, Virtualität und zwischenmenschlicher Intimität widmet. Elf Künstler*innen zeigen uns in ihren vielfältigen Werken die materiellen sowie die konstruierten Dimensionen von Körpern auf.

Die Realisierung des Ausstellungsprojekts ​zwischen körpern ​wurde durch die coronabedingten Maßnahmen dieses Jahr zunächst verzögert und ab einem bestimmten Zeitpunkt leider physisch nicht realisierbar. Deshalb hat sich das aktuelle Team dazu entschieden, das Ergebnis der kollektiven Arbeit in Form eines Buchs zu publizieren, das die Konzepte ​Ausstellung ​und Publikation neu denkt und innovativ miteinander verbinden will, ohne in ein tradiertes Katalogformat zurückzufallen. Die voraussichtliche Veröffentlichung am
19.03.2021 wird von einem interaktivem Rahmenprogramm begleitet, das für den virtuellen Raum geplant ist. Für diese Publikation kollaboriert die KHG mit dem K. Verlag. Das in Berlin ansässige Verlagshaus, das auf experimentelle Buchformate und Kunstkataloge spezialisiert ist, hilft immens bei der Weiterentwicklung einer Ausstellung in Buchform und begleitet bei der grafischen Umsetzung.

In der Zwischenzeit wurde über die Sommermonate KONTINUUM ins Leben gerufen. Die über vier Monate kontinuierlich wachsende Website wurde zu einer Plattform verschiedener künstlerischer Positionen, die sich mit Isolation, Pandemie und Digitalisierung auseinandersetzen. Ob Fotografien und Performances, Workshops oder virtuelle Lesekreise – Einzelpersonen und Kollektive belebten KONTINUUM und machten es zu einem vielstimmigen Projekt, das Menschen auf mehreren Kontinenten zusammenbrachte und mit Kreativität und Einfühlsamkeit auf diese globale Krise antwortete. Die Plattform wurde dezidiert offen gehalten und ist ohne starke kuratorische Eingriffe gewachsen; so wurden unter anderem zwei Open Calls ausgeschrieben. Zum Ende des Projekts blickt die KHG auf 39 spannende Beiträge und Zusammenarbeiten zurück.