FUGE. Zwischen Übermorgen und Gestern

Museum Ulm

Eröffnung: 18. September 2021
Laufzeit: 19. September – 7. November 2021

In der Musik beschreibt die Fuge ein musikalisches Prinzip der Komposition, das auf dem Konzept der Polyphonie oder Vielstimmigkeit basiert: Ein polyphones Musikstück bildet einen gemeinsamen Klangkörper aus mehreren Stimmen, die ohne Hierarchien nebeneinander existieren. In der Fuge bleibt jede Stimme in ihrer eigenen Färbung wahrnehmbar und kann gleichermaßen in den Vordergrund treten.

Die Ausstellung FUGE. Zwischen Übermorgen und Gestern des interdisziplinären Netzwerks INTER– greift das Prinzip der Fuge als Methode des Einfügens und Verbindens auf, um das Verhältnis von Individuum und Gruppe in der Ausstellungsproduktion zu verhandeln. Die Fuge verweist auf die Mehrstimmigkeit des Netzwerks: die verschiedenen Kontexte sowie künstlerischen oder theoretischen Disziplinen der einzelnen Akteur*innen.

Für die Ausstellung entwickelten die neun Künstlerinnen, Designerinnen und Theoretiker*innen unterschiedlichster Disziplinen ortsspezifische Arbeiten, die sich in die architektonischen und inhaltlichen Zwischenräume des Museums einfügen: Mal greifen sie Bildfragmente aus historischen Werken der Sammlung auf, um sie weiterzuentwickeln, zu entfremden oder neu zu interpretieren; mal tauchen sie unerwartet in den Gängen oder Ecken der Museumsräume auf und ein anderes mal dienen sie der Öffnung der Museumsräume zum urbanen Raum, zur Teilhabe oder Versammlung. Als Intervention in die historische Sammlung lässt die Ausstellung verschiedene Zeitlichkeiten verschwimmen. Gleichzeitig ist FUGE ein Plädoyer für Durchlässigkeit und Vielheit anstelle von Geradlinigkeit und Stringenz; ein Raum für freie Imagination und Partizipation: Objekte können beklettert, benutzt oder gar mitgenommen werden, eine Installation und kollaborative Bibliothek laden ein, die Inhalte der Ausstellung zu vertiefen und zu diskutieren. Vor allem aber ist FUGE. Zwischen Übermorgen und Gestern ein Ort für alle, die nach langer Zeit wieder an einem Ort verweilen und sich austauschen möchten.

FUGE. Zwischen Übermorgen und Gestern ist auch Ausdruck einer Suche nach Antworten: Wie können wir uns hierarchiefrei im Kulturbetrieb begegnen? Wie könnte ein Museum der Zukunft aussehen, wer kann sich dort versammeln und wer darf das Museum mitgestalten? Wie öffentlich ist eigentlich die "öffentliche” (Kultur)Institution? Und wie wird der institutionelle Raum zum Ort der Teilhabe und des Verweilens? Für Besucher*innen, jung und alt, für andere Kulturschaffende und für diejenigen, die im Museum die Zukunft – und ein Museum der Zukunft – mitgestalten möchten?
Mithilfe des Prinzips des Schmuggelns, besetzt INTER– verschiedene Räume des Museums in der Hoffnung, eine langfristige Auseinandersetzung anzuregen, wie und von wem dieser Ort zukünftig genutzt wird. Im besten Fall ist das Museum der Zukunft ein Ort, an den man gerne zurückkehrt, ein Ort der Diversität und der ungezwungenen Begegnung. FUGE. Zwischen Übermorgen und Gestern ist ein erster Schritt in diese Richtung, ein Experiment.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation in Kollaboration mit dem Düsseldorfer Salat Magazin, in dem sich Entwürfe und Skizzen, aber auch ergänzendes Material und Weiterführungen der Ausstellungsinhalte befinden.

Mit Oliver Arendt, Neele Marie Denker, Anne Diestelkamp, Rike Dröscher, Maryna Makarenko, LYCS Kollektiv, Philipp Christoph Mayer, Sabrina Podemski, Paulina Seyfried, Julian Westermann

Ein Kooperationsprojekt mit nextmuseum.io

Mit freundlicher Unterstützung der Stadtbibliothek Ulm.
Danke an müllerblaustein HolzBauWerke GmbH für die finanzielle Unterstützung des Kunstwerks Das Ulmer Dach.

Dank an

Luisa Blasizzo
Yuni Hwang
Franziska Schneeberger
Rasmus Schöll
Roland Sonnabend
Kaspar Stöbe
Benjamin Unterluggauer
das Team von nextmuseum.io und Museum Ulm
u.v.m.